Hilfe für Prostituierte, Straffällige und Drogenabhängige.

Magazin veröffentlicht Gespräch mit Ex-Zuhälter der Kurfürstenstraße

Magazin veröffentlicht Gespräch mit Ex-Zuhälter der Kurfürstenstraße

Andreas Marquardt wurde 1956 in Berlin-Neukölln geboren. Bevor sein Vater die Familie verlässt, musste der Junge unter den sadistischen Zügen seines Vaters leiden. Einmal übergoss er ihn mit kaltem Wasser und sperrte ihn bei Minusgraden auf den Balkon, ein anderes Mal zerquetschte er seinem Sohn die Hand. Weit zerstörerischer war der sexuelle Missbrauch durch die Mutter. Die “Zärtlichkeiten” begannen, als er sieben Jahre alt war. Mit elf wurde er zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Erst mit 14 Jahren konnte er sich aus den Fängen seiner Mutter befreien. Schon in früher Jugend wandte er sich dem Kampfsport zu und wurde 15-maliger Karate-Europameister. Dann wurde das Rotlichtmilieu auf ihn aufmerksam. Er wurde Geldeintreiber und schließlich selbst Zuhälter. Sein Markenzeichen war seine Brutalität. Sein Betätigungsfeld erstreckte sich weit über Berlin hinaus, bis nach Hamburg, Frankfurt und Essen. Rund 100 Frauen haben im Laufe der Jahre für ihn anschaffen müssen – viele davon auf der Kurfürstenstraße. Seine Zuhälter-Karriere endete, als er von einer “seiner” Frauen angezeigt und er verhaftet wurde. Er wurde wegen Menschenhandel, Zuhälterei, Waffenbesitz und schwerer Körperverletzung zu 8 1/2 Jahren Haft verurteilt. Seine Strafe verbüßte er in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel. In der dritten Ausgabe des Magazins “Gemeinsam gegen Menschenhandel” ist ein ausführliches Interview mit ihm abgedruckt. Das Gespräch führte ein Mitarbeiter von Neustart e.V. Heute lebt Andreas Marquardt wieder in Neukölln. Dort betreibt er ein Kampfsportstudio und kümmert sich mit dem Verein “Helfen macht stark” um Kinder und Jugendliche, um ihnen ein Selbstbewusstsein zu geben und Missbrauch vorzubeugen. Das Magazin #3 (“Täter”) ist kostenlos erhältlich über die Webseite von Gemeinsam gegen Menschenhandel