Hilfe für Prostituierte, Straffällige und Drogenabhängige.

“Rotlicht”: Lesung mit der Autorin Nora Bossong im Café Neustart

“Rotlicht”: Lesung mit der Autorin Nora Bossong im Café Neustart

Die Schriftstellerin Nora Bossong hat sich in die Niederungen des Rotlichts begeben, ein Laufhaus und ein Wohnungsbordell besucht, war in einem Swingerclub und auf dem Berliner Straßenstrich. Mit zwei ungarischen Frauen führte sie in einem Stundenhotel unweit der Kurfürstenstraße ein längeres Gespräch. Ihre Erlebnisse und die Geschichten der Frauen hat sie jetzt als Buch veröffentlicht: “Rotlicht” (Hanser Verlag, 240 Seiten, 20 Euro).

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt sie: “Es ist nicht legitim, eine Frau zu behandeln, als wäre sie ein ausgeliehener Akkuschrauber, den man mal für 30 Minuten benutzt. Die Menschen tun so, als würde sie das Thema nicht betreffen, aber wenn ich in diese Etablissements gehe, sind da Männer aus jedem Milieu. Da ist der gut verdienende Akademiker und der Mann, der sich den Besuch von seinem Hartz IV abspart.”

Und in einem Debatten-Beitrag Auf und an der Straße für die tageszeitung schreibt sie: “Während wir in anderen Berufsfeldern über Frauenquoten und Binnen-I diskutieren, hat sich in diesem Milieu fast nichts für die Frauen verändert. Doch, etwas schon: Die Preise sind gesunken und mit den Preisen der Respekt”

Im Zuge ihrer Recherche für das Buch hat sie nicht nur im Laufhaus und am Straßenstrich Gespräche geführt. “Ich habe eine Sexarbeiterin getroffen, die ein eigenes Studio betreibt, und die mir erzählte, dass sie ihre Arbeit gerne mache. Aber ich hätte es überrepräsentiert gefunden, wenn ich noch ein ganzes Kapitel über eine solche Frau geschrieben hätte. Denn das war eine Ausnahme. Es ist schon eine Ausnahme, überhaupt auf deutsche Frauen zu treffen. Die meisten der Frauen, die ich in den Bordellen oder auf dem Straßenstrich getroffen habe, waren von irgendwoher nach Deutschland gezogen und haben ihre Arbeit entweder aus Geldnot gemacht oder aus noch weniger erfreulichen Gründen.” (Quelle: “Es ist nicht legitim, eine Frau zu behandeln, als wäre sie ein ausgeliehener Akkuschrauber”

Am 7. April 2017, 16.00 Uhr (Einlass 15.30 Uhr), lies die Autorin aus ihrem Buch “Rotlicht” und steht für Fragen zur Verfügung.

Ort: Café Neustart, Kurfürstenstraße 40, 10785 Berlin-Tiergarten (U1 Kurfürstenstraße)

Da nur begrenzt Sitzplätze zur Verfügung stehen ist eine Anmeldung erforderlich unter info[at]neustart-ev.de.

Der Eintritt ist frei. Es gibt aber eine Möglichkeit, die Arbeit von Neustart e.V. für Frauen in der Prostitution mit einer Spende zu unterstützen.