Problematik

Drogenabhängigkeit
In Deutschland gibt es ca. 160.000 Menschen, die regelmäßig Heroin konsumieren oder konsumiert haben. Etwa die Hälfte von ihnen wird substituiert, d.h. sie erhalten Methadon oder eine vergleichbare Ersatzdroge. 2012 starben 944 Frauen und Männer an den Folgen ihres Drogenkonsums. In Berlin gibt es ca. 8.000 bis 10.000 Heroinabhängige. Insgesamt konsumieren etwa 165.000 Berliner illegale Drogen.

Prostitution
Prostitution ist seit 2002 nicht mehr sittenwidrig. Auch die Förderung der Prostitution ist nicht mehr strafbar. Trotzdem gibt es keine verlässlichen Angaben darüber, wie viele Frauen im Bereich Prostitution arbeiten (müssen). Die Schätzungen reichen von 150.000 bis 400.000 Frauen. Der Anteil der Frauen nichtdeutscher Herkunft steigt kontinuierlich und liegt inzwischen bei über 70% (1999: 52%). Mehr als zwei Drittel dieser Frauen stammen aus Osteuropa, insbesondere aus den EU-Staaten Bulgarien, Rumänien, Ungarn, Polen und Tschechien. In Bordellen und Sexkinos arbeiten außerdem zahlreiche thailändische sowie nigerianische Frauen. Die absolute Mehrheit der Frauen muss sich aus einer Not heraus prostituieren (Armutsprostitution, Beschaffungsprostitution) oder wird dazu gezwungen (Opfer von Menschenhandel). Die Übergänge von Ausbeutung zu Zwang sind fließend. Die sog. „selbstbestimmten Sexarbeiterinnen“ stellen eine absolute Minderheit dar.
Für Berlin kann davon ausgegangen werden, dass rund 6.000 bis 8.000 Frauen und Mädchen in den etwa 500 bis 700 bordellartigen Betrieben einschließlich Bars, Sexkinos und Massagesalons oder auf dem Straßenstrich arbeiten (müssen). Auch in Berlin dominieren Frauen aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn.
Angesichts der Tatsache, dass die Mehrheit der Frauen sich nicht “freiwillig” prostituiert, werden Stimmen lauter, die die Prostitution nach dem Vorbild Schwedens ganz verbieten oder zumindest steng reglementieren wollen.

Menschenhandel
Mit Menschenhandel werden weltweit jährlich Gewinne von rund 30 Milliarden Dollar gemacht. Weltweit werden jedes Jahr etwa 700.000 Frauen und Mädchen verschleppt und zur Prostitution gezwungen. In Deutschland wurden 2012 laut Bundeskriminalamt (BKA) 491 Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandel abgeschlossen (+ 2%). Die meisten Verfahren gab es in Niedersachsen (80), Nordrhein-Westfalen (78) und Berlin (64). Zwei Drittel aller ermittelten Opfer (612) stammen aus Osteuropa: Bulgarien (25,3%), Rumänien (20,9%), und Ungarn (7,7%). 20,8% der Opfer waren deutscher Nationalität. Die Mehrzahl der festgestellten Opfer war unter 21 Jahren (52%); 17% aller Opfer waren minderjährig. Daran wird deutlich, dass die „Nachfrage“ nach jungen Frauen besonders hoch ist. Die insgesamt niedrigen Fallzahlen ergeben sich dadurch, dass Menschenhandel ein Kontrolldelikt darstellt: Ohne Kontrollmaßnahmen können Opfer kaum identifiziert und das „Dunkelfeld“ nicht aufgehellt werden. Durch die fehlende Regulierung des Prostitutionsmilieus bestehen jedoch vielfältige Möglichkeiten der Ausbeutung.
Eine EU-Richtlinie zur stärkeren Bekämpfung des Menschenhandels hätte im April 2013 in Deutschland umgesetzt werden müssen. Es ist damit zu rechnen, dass der Deutsche Bundestag bis zur Sommerpaus 2014 ein entsprechendes Gesetz auf den Weg bringen wird.