Selbstverständnis

Präambel

Neustart e.V. ist ein sozial-diakonisches Werk, versteht seinen Auftrag als gelebte christliche Nächstenliebe und setzt sich für Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft leben, auf Hilfe angewiesen oder benachteiligt sind, insbesondere Frauen in der Prostitution, Drogenabhängige und Straffällige.

Wir verstehen uns als Anwalt dieser Frauen und benennen öffentlich deren Problemlagen gegenüber Politik und Gesellschaft. Wir versuchen, auf ihre Lebensrealität, die geprägt ist von Armut, Obdachlosigkeit und Zwangsverhältnissen, durch unsere Arbeit aufmerksam zu machen.

Unser Ziel ist ein gesellschaftliches Umdenken hin zu einer Wahrnehmung von Prostitution als eine Form sexueller Ausbeutung

Es ist uns wichtig, jedem Menschen, unabhängig von seiner ethnischen Herkunft, religiösen Zugehörigkeit, Prägung, sexuellen Orientierung und seinem Lebensstil, mit Wertschätzung und Anerkennung zu begegnen.

Unser christliches Menschenbild – Woran wir glauben

Jeder Mensch ist einzigartig und ein Ebenbild Gottes. Respekt, Wahrhaftigkeit, Höflichkeit, Annahme und Freundlichkeit sollen unser Verhalten gegenüber allen auszeichnen, die unsere Angebote in Anspruch nehmen und mit denen wir zusammenarbeiten.

Wir sind eine diakonische Einrichtung im Sinne der Grundwerte des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und verstehen uns als ein ökumenischer Dienst unterschiedlicher konfessioneller Zugehörigkeit und geistlicher Prägungen.

Grundlage unseres Glaubens ist das Apostolische Glaubensbekenntnis, das Ausdruck des gemeinsamen Glaubens aller christlichen Kirchen ist.

Wir glauben, dass Befreiung von Zwangsverhältnissen und Abhängigkeiten möglich ist und setzen uns daher für ein selbstbestimmtes Leben ein.

Wir glauben, dass die biblische Botschaft von der bedingungslosen Liebe in der Lebenssituation der Menschen, mit denen wir arbeiten, eine Stütze sein kann. Daher gehört Gebet und Seelsorge zu unserem Angebot. Uns ist es jedoch wichtig, dass dies in uneingeschränktem Respekt vor und Liebe zu einem Menschen geschieht.

Unsere Zielgruppe

In unserer Arbeit erleben wir, dass Frauen sich nach einem geschützten Ort der Ruhe und Annahme sehnen, in dem persönliche Gespräche und der Aufbau vertrauensvoller Beziehungen möglich ist. Wir nehmen den tiefen Wunsch nach Liebe, seelischer Heilung und einem “normalen” Leben wahr.

In unserer Arbeit begegnen uns Frauen, die aus gebrochenen Familienverhältnisse kommen, sich in problematischen Beziehungen sowie Zwangsverhältnissen oder Abhängigkeiten befinden. Aufgrund von Missbrauchserfahrungen, Traumata und verschiedenen Süchten tragen viele der Frauen körperliche und seelische Wunden.

Wirtschaftliche Not und allgemeine Perspektivlosigkeit sind oftmals Anlass dafür, dass Frauen in die Prostitution geraten oder dazu gezwungen werden. Analphabetismus, Sprachbarrieren, Armut, fehlender Anspruch auf Sozialleistungen, Wohnungsknappheit und die psychischen Folgen der Ausbeutung als Prostituierte erschweren den Ausstieg aus der Prostitution.

Was wir wollen – Was wir tun – Wie wir arbeiten

Unser Anliegen ist es, Frauen dazu ermutigen, aus ihren Zwangskontexten auszubrechen und sich auf den Weg in ein mündiges, selbstbestimmtes und suchtfreies Leben zu begeben.

Wir sind Teil eines entstehenden ausstiegsorientierten Hilfesystems in Berlin und arbeiten daran, dieses weiter auszubauen.

Unser Glaube spricht durch Taten. Wir tun das, was wir tun, aus unserer geistlichen Überzeugung der Nächstenliebe heraus.

Abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse begleiten und beraten wir Frauen, bieten nach Bedarf auch praktische Hilfeleistungen und leisten aktiv Ausstiegshilfe.

Leitbild – Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz e.V.

Als Mitglied im Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz sehen wir uns auch dem Leitbild des Dachverbandes diakonischer und missionarischer Einrichtungen verpflichtet.